Leichtathletik

Benedikt von Hardenberg holt Platz fünf und sechs bei deutschen Jugendmeisterschaften

In diesem Jahr fanden die deutschen Jugendmeisterschaften der Leichtathletik im schönen und stimmungsvollen Donaustadion in Ulm statt und Benedikt hatte sich für Drei- und Weitsprung qualifiziert.

Platz sechs im Dreisprung

Für Benedikt war es die letzte deutsche Jugendmeisterschaft. Im nächsten Jahr wird er bei den U23 Junioren antreten. Der Absolvent des Leistungssportzweigs der Bertolt-Brecht-Schule in Nürnberg war im vergangenen Herbst vom Hoch- in den Dreisprungkader des BLV gewechselt. Noch zwei Wochen zuvor waren die Vorzeichen äußerst schlecht gewesen: Eine heftige Viruserkrankung legte ihn lahm, statt bei den Bayerischen U20 Meisterschaften zu starten, musste er kurz ins Krankenhaus und erst zehn Tage vor Ulm konnte er wieder ein leichtes Training aufnehmen.

Für den Dreisprung am Samstag war er mit der elftbesten Meldeweite angereist und hatte dennoch mit einem Platz unter den ersten Acht geliebäugelt. Dies ist von besonderer Bedeutung, denn in den technischen Disziplinen (Wurf und Sprung) gibt es  für alle Qualifizierten drei Durchgänge, doch nur die besten Acht haben dann drei weitere Versuche. Nach zwei Durchläufen lag Benedikt mit neuer Bestleistung von 14,18 Metern auf einem erfreulichen fünften Rang.

Es war nach der Hitzeschlacht des Vortags drastisch abgekühlt und Gewitterwolken zogen auf. Dadurch musste der Wettkampf wegen Unwetterwarnung für letztendlich eineinhalb Stunden unterbrochen werden. Die Frage war: Wer würde die besten Nerven haben? Etliche besser eingestufte Springer waren vor der Pause noch nicht gut zurecht gekommen und hatten nur noch einen Sprung, um sich ins Finale der besten Acht zu retten. Nach zehn Springern im dritten Durchgang konnte Benedikt aufatmen: Er selbst war cool geblieben, hatte nochmal zwei Zentimeter auf 14,20 Meter draufgepackt und nun war klar, dass er als Sechster in den Endkampf einziehen würde. Im fünften Durchgang konnte er seine Bestleistung noch einmal auf 14,26 Meter erhöhen und damit seinen sechsten Rang verteidigen.

Nach Platz 9 bei den deutschen U20 Hallenmeisterschaften im Winter in Sindelfingen und Platz 8 bei den U23 Meisterschaften in Wetzlar war dies die dritte einstellige Platzierung im Dreisprung bei deutschen Meisterschaften im Jahr 2019.
Da gratulierten sogar Kristin Gierisch, die deutsche Rekordhalterin im Dreisprung, und Landessprungtrainer Sebastian Kneifel.

 

Duell der Schulfreunde um Platz fünf und sechs

Doch das sollte es noch nicht gewesen sein. Mit müden Beinen, aber bestens aufgelegt, ging es am Sonntag zu seinem zweiten Einsatz, dem Weitsprung. In Ulm hatte es den ganzen Vormittag in Strömen gegossen und die Laufwettbewerbe lagen bereits eineinhalb Stunden hinter dem Zeitplan, als Benedikt sich im Regen aufwärmte. Pünktlich zu Wettbewerbsbeginn hatte der Wettergott dann ein Einsehen und blies die Regen- und Gewitterfront fort. Starker Rückenwind führte bei etlichen der dreizehn (von zwanzig gemeldeten) Springer zu übertretenen Sprüngen im ersten Versuch. Der zwei Sprung war mit 6,85 Metern dann gültig für Benedikt, doch sah er noch etwas unrund aus und würde fürs Finale nicht reichen. Beflügelt vom Erfolg des Vortages, steigerte sich das Sprungtalent dann im dritten Durchgang mit neuer persönlicher Bestleistung auf 7,07 Meter und erreichte völlig überraschend auf Platz fünf liegend das Finale. Sein Freund und Schulkollege Leon Khavvam zog nach: Mit 6,98 Metern kam er als Achter ebenfalls unter die Finalisten. Im vierten Versuch zog Khavvam mit 7,09 Meter dann sogar vorbei und die beiden Freunde tauschten die Plätze. Doch im allerletzten Versuch eines für Benedikt großartigen Meisterschaftswochenendes steigerte sich dieser noch einmal auf 7,18 Meter und holte sich damit den fünften Rang zurück.

Bereits bei den mittelfränkisches Meisterschaften in Herzogenaurach war dieses Duell ein Erfolgsmodell gewesen: Dort hatten beide sich gegenseitig auf 7,01 bzw. 7,04 Meter gepuscht und sich damit zusammen die Qualifikationsnorm geholt.

So durfte Benedikt zwei Bestleistungen sowie einen fünften und einen sechsten Platz aus Ulm mit nach Hause nehmen. Erst im Nachhinein realisiert er, dass er nur sieben Zentimeter mehr gebraucht hätte, um sogar eine Bronzemedaille zu gewinnen.

Für den jungen Sportler, der im Herbst in Regensburg sein Studium beginnen wird, schließt sich damit ein Kreis: Vor vier Jahren hatte seine Jugendlaufbahn in der Leichtathletik bei der Deutschen Meisterschaft der U16 im Hochsprung mit Platz fünf in Köln an der Seite von Georg Sölle begonnen, und genau mit dieser Platzierung endete sie am vergangenen Wochenende in Ulm.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert